Getränke
1. Tee
Die geeignetste Form des Teetopfes ist die unten etwas Abgerundete. Man stelle den Teetopf mit kochendem Wasser auf eine heiße Platte.
Nachdem derselbe sehr heiß geworden ist, wird das Wasser herausgegossen, von kräftigem Tee für je eine Person zwei Teelöffel hineingetan und die gewünschte Portion kochendes Wasser darauf gegossen.
Dann stelle man den Topf einige Minuten auf eine heiße Stelle, wo der Tee zieht, aber nicht kocht. Sobald der Tee fertig ist, muss er möglichst schnell aufgetragen werden.
Beim Servieren gieße man zwei bis drei Tassen ein und fülle gleich eben soviel kochendes Wasser nach. Rohe Sahne, Milch oder Rum wird hinzugereicht.
2. Punsch
Zu drei Liter Flüssigkeit nimmt man 300 g Zucker, 1½ Liter kochendes Wasser, einen Liter Rotwein, einen halben Liter Rum oder Arrak. Letzteren gießt man zunächst auf den Zucker, dann den Rotwein darauf und schließlich das Wasser. Je feiner der Rum oder Arrak, desto besser natürlich der Punsch.
3. Maibowle
Junger Waldmeister wird vor der Blüte (in den Monaten April und Mai) sorgfältig ausgesucht, die unteren Blätter und die unteren Teile der Stiele entfernt und unmittelbar vor dem Gebrauche rasch in Wasser abgespült, in eine Bowle gelegt, in welcher vorher Zucker, für jede Flasche Wein 70−90 g, mit etwas Wasser aufgelöst ist und dann soviel Mosel- oder Rheinwein hinzugegeben, als man Maiwein zu haben wünscht.
Nach etwa einer halben Stunde müssen die reichlich verwendeten Maikräuter aus der Bowle entfernt werden, da sonst der Geschmack der Kräuter zu stark hervortreten würde.
Nach Belieben kann man auch noch einige in Stücke zerteilte Apfelsinen ohne Kerne in die Bowle geben.
Der Waldmeister kann öfter gebraucht werden, wenn er gut getrocknet und in einer sauberen Schachtel verschlossen an einem kühlen Ort aufbewahrt wird.
4. Erdbeerbowle
Ein gehäufter Teller voll frischer, schöner Erdbeeren wird in eine Bowle gegeben, lagenweise mit 400−500 g feingeriebenem Zucker überstreut, ein wenig Wasser dazugegeben und etwas umgeschwenkt, damit der Zucker sich mit den Erdbeeren verbindet.
So lässt man die Bowle vier bis sechs Stunden gut zugedeckt stehen und fügt dann sechs bis acht Flaschen Moselwein hinzu.
5. Apfelsinenbowle
Von zwei oder drei schönen Apfelsinen reibt man die Schale auf Zucker ab, schält dann die Frucht, teilt sie in kleine Stückchen und nachdem man die Kerne entfernt hat, gibt man die abgeriebene Schale und Frucht zusammen in eine Bowle, bestreut sie mit 300 g geriebenem Zucker, gibt eine Flasche Weißwein hinzu und lässt sie so zugedeckt drei bis vier Stunden stehen.
Vor dem Servieren gibt man so viel Rotwein, dass die Bowle eine angenehme Farbe hat, und eine Flasche Selterswasser dazu.
6. Pfirsichbowle
Nachdem die Haut der frischen Pfirsiche dünn abgezogen ist, werden sie in feine Scheiben geschnitten, lagenweise mit abgeriebenem Zucker reichlich bestreut, mit ein wenig Wasser angefeuchtet und mehrere Stunden, besser noch einen Tag, zum Ausziehen in einem verschlossenen oder mit Papier zugebundenen Gefäße hingestellt. Später wird wie bei Erdbeerbowle angegeben verfahren.
Will man eine Bowle von Pfirsichen in Büchsen bereiten, so werden sie ebenfalls wie frische in feine Scheiben geschnitten, nur fügt man weniger Zucker hinzu.
7. Advokat
Vier Eidotter werden mit zehn Esslöffeln geriebenem Zucker gut schaumig gerührt, was etwa eine Viertelstunde erfordert. Darauf gibt man etwas geriebene Muskatnuss und ein achtel Liter süßen Rahm hinzu, mischt zuletzt einen viertel Liter guten Kognak durch und füllt ihn in Gläser.
8. Schaumbier
Man rechnet auf jede Person ein Eigelb, welches mit zwei Teelöffeln feinem Zucker in einem Glase gut schaumig gerührt und mit heißem Bier gefüllt wird.
9. Glühwein
Hierzu kann Rotwein und auch Weißwein genommen werden.
Nimmt man Rotwein, so gibt man den nötigen Zucker und etwas Stangenzimt hinzu, lässt ihn bis zum Kochen kommen und füllt ihn in Gläser.
Nimmt man Weißwein, so lässt man denselben ebenfalls gut heiß werden, fügt nur Zucker hinzu und füllt ihn in Gläser.
Ebenso kann man auch in einem Glase ein Eigelb mit zwei Teelöffeln Zucker gut schaumig rühren und unter stetem Rühren gut heiß gemachten Weißwein dazu geben.
10. Johannis- und Stachelbeerwein
Zu einem Anker-Fass, welches ungefähr 30−33 Liter enthält, rechne man 14 Liter ausgepressten Saft, 40 g Weinsteinsäure und 25 Pfund Zucker, den man vorher in Wasser aufgelöst hat. Nun füllt man den Saft, den aufgelösten Zucker und die Weinsteinsäure in ein recht sauberes Fass.
Sollte letzteres noch nicht bis zum Spund voll werden, so wird noch ein Wasserzusah gemacht, welcher so oft erneuert werden muss, als während der Gärung durch Austreten des Schaumes eine Lücke im Fasse entsteht.
Die Flüssigkeit wird, damit sich Zucker, Saft und Wasser innig verbinden, öfters umgerührt und der Spund mit einem Mull-Läppchen zugedeckt, damit keine Fliegen und Mücken hineinfallen.
So lässt man den Wein bis September liegen und schließt dann den Spund ganz dicht. Im Februar wird derselbe abgezapft, filtriert und in Flaschen gefüllt. Dieselben müssen gut verkorkt, zugesiegelt und stehend aufbewahrt werden.
11. Waldbeerwein
Die Herstellung desselben ist die gleiche, doch kann etwas weniger Zucker, als zu dem Johannisbeerwein, genommen werden. Wird er nicht sehr süß gewünscht, so setzt man etwas Johannisbeersaft zu; geschieht letzteres, so kann die Weinsteinsäure wegbleiben.
12. Kirschlikör
Ein Pfund reife, saure Morellen, 30 g Kandiszucker, einige Stückchen ganzen Zimt, einige Nelken und nach Belieben wenig gestoßene Kirschlerne.
Die Kirschen werden mit einem Tuche vorsichtig abgerieben, ausgesteint und abwechselnd Kirschen, Gewürze und Zucker in ein Glas gefüllt, reichlich mit gutem Franzbranntwein übergossen und gut verschlossen 14 Tage hingestellt.
Nach Verlauf dieser Zeit wird der Likör durch ein Filtriertuch gegossen, in Flaschen gefüllt und gut verkorkt.
13. Vanillelikör a)
Ein Liter guter Franzbranntwein oder Spiritus wird mit 6 g feingeschnittener Vanille 14 Tage gut verkorkt in den Keller gestellt.
Dann läutert man zwei Pfund Zucker mit einem Liter Wasser, fügt den Branntwein oder Spiritus hinzu, mit der Vanille, und färbt das Ganze mit so viel aufgelöster Cochenille, dass es eine schöne Farbe hat.
Sodann gibt man es durch ein Filtriertuch in ein reines Gefäß. Ist es völlig erkaltet, wird es in Flaschen gefüllt und gut verkorkt aufbewahrt. Unter Filtriertuch ist ein feuchtes Flanelltuch zu verstehen.
14. Vanillelikör b)
1 Stange Vanille wird durchgeschnitten, mit 1 Liter Wasser gekocht, eine Nacht ziehen gelassen, dann mit 5/8 Pfund Zucker eine Stunde gekocht.
Sobald dieses gekühlt, wird die Flüssigkeit durch ein Läppchen gegossen, 1 Liter Weingeist dazu gegeben, 5 Minuten gerührt und in Flaschen gefüllt.
Um dem Likör eine schöne Farbe zu geben, kann man ihn auch etwas rot färben.
15. Orangenlikör
1 Liter Weingeist lässt man mit dem Gelb von 4 Zitronen und Drangen Woche ziehen. 12 Pfund Zucker wird mit 1 Liter Wasser aufgekocht, wenn dieser erkaltet, wird der Saft von den Orangen und Zitronen dazugegeben und man lässt ihn eine Woche stehen.
Der Weingeist wird nun durchgeseiht und an das Zuckerwasser gegeben.
Man kann auch ein Gläschen Liköressenz dazu geben. Diese Flüssigkeit muss nun solange stehen, bis sie sich klärt, d. h. bis sich Flocken bilden, dann wird der Likör filtriert und in Flaschen gefüllt.
16. Nusslikör
15 Nüsse in Scheiben schneiden, 1 Liter Spiritus wird darüber gegossen, 15 Tage destillieren gelassen, dann gibt man das Ganze in ein Tuch und presst es etwas aus. Den gewonnenen Spiritus gibt man in das Glas zurück. Dann kocht man 420 g Kandiszucker mit 2 Liter Wasser und, wenn erkaltet, auf den Spiritus gegossen.
Dazu 6 Nelken, die Schale 1 Orange feingeschnitten hinzugefügt, das Ganze 10−12 Tage wieder an der Sonne stehen lassen und recht langsam durch ein Tuch gießen, damit der Likör klar wird und sodann in Flaschen gefüllt.
17. Himbeerlikör
2 Liter Himbeeren werden mit 2 Liter Fruchtbranntwein, 10 g Pomeranzenschale, 12 g Zitronat, 1 Pfund Kandiszucker (weißen) angesetzt, 4−6 Wochen am Fenster stehen lassen, durch einen Filz filtriert.
Für Himbeerlikör nehme man eine große Flasche, um ein Zerreißen derselben bei der Gärung der Beeren zu verhüten und öffne jeden Mittag den Kork einige Minuten.
18. Mocca-Likör
Aus 90 g Mocca-Kaffee bereitet man ¼ Liter Kaffee. Sodann focht man 1−1½ Pfund Zucker mit 1 Liter Wasser bis die Flüssigkeit völlig klar ist. Dann gibt man 25 g Vanille dazu und nimmt den sich bildenden Schaum ab.
Jetzt gibt man den Kaffee dazu und hebt den Kessel vom Feuer. Dann gießt man 12 Liter 90%-Spiritus dazu, füllt den fertigen Likör noch warm in Flaschen und verkorkt und versiegelt ihn.
19. Eierlikör
10 Eigelb werden mit ½ Pfund vom feinsten Zucker ½ Std. geschlagen, 2 Liter Cognac nach und nach dazu und einige Tropfen Maraschino-Essenz und Vanilleessenz. Dieses wird alles zusammen noch gut verrührt und in Flaschen gefüllt.
20. Pfefferminzlikör
3 Liter Wasser lässt man mit 14 Pfund Kandiszucker eine Nacht stehen. 3 Liter 96%-Spiritus mit dem obigen Wasser gerührt. Auf 3 Liter Flüssigkeit kommen 10 g Pfefferminzöl.
21. Kakao-Likör
Von ½ Pfund gerösteten Kakaobohnen wird die eine Hälfte mit, die andere ohne Schale genommen und grob gestoßen. In einer weiten Flasche wird 1 Liter Weingeist, 1 Liter Wasser und 1 Stange Vanille angesetzt.
Unter öfterem Schütteln bleibt die Masse mit den Kakaobohnen 12 Tage stehen. 12 Pfund Zucker wird mit etwas Wasser aufgelöst, mit der abgeseihten Flüssigkeit vermengt noch 8 Tage stehen lassen, filtriert und in Flaschen gefüllt.
22. Rum-Rezept
1 Liter Weingeist, 30 g Rum-Essenz, 15 g Rum-Aroma, ½ Pfund Kandiszucker (weiß). 1 Liter Wasser, (nach Belieben 10 g Tee) Zucker und Wasser kochen lassen, wenn erkaltet alles zusammen vermengt und in Flaschen gefüllt.