Vorbemerkung
Beim Aufräumen unseres Bücherschrankes sowie vielzähliger Koch- und Backbücher ist mir ein älteres, äußerlich unscheinbares und etwas abgegriffenes Buch untergekommen. Der Untertitel verrät, dass es sich um ein Werk, herausgegeben von der Haushaltungsschule der Franziskanerinnen in Winterberg handelt.
Im Buch ist weder eine Widmung noch ein Hinweis auf das Erscheinungsjahr enthalten. Eine Recherche im Internet ergibt, dass nur noch einzelne Exemplare gehandelt werden, deren Ausgabedatum zwischen 1912 und 1917 datiert wird.
Das Buch wurde in Frakturschrift gedruckt, eine Schriftart die in Deutschland bis zur Zeit des Nationalsozialismus lange Zeit verwendet wurde. Für den jüngeren Leser ist diese Schriftart nur mit etwas Übung lesbar, wodurch die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass derartige Werke nicht mehr gelesen werden und gänzlich aus dem Gebrauch verschwinden werden.
Das ist schade, denn wenn man sich etwas mit den Inhalten auseinandersetzt, erkennt man, welche Wurzeln unser heutiges Kochwissen hat. Sieht man heute TV-Kochsendungen, in denen ein Sternekoch erklärt, wie Semmelknödel gemacht werden, hätten die damaligen Franziskanerinnen vermutlich nur mitleidig gelächelt.
Das Kochbuch beinhaltet das vermutlich umfassende Kochwissen der damaligen Zeit, welches sich in 780 Rezepten wiederspiegelt. Alles fast durchgängig im Fließtext verfasst und ohne jegliche erläuternden Bilder oder Grafiken. Jeder Kochbuchverlag würde heutzutage auf eine Veröffentlichung dieses Werkes aus wirtschaftlicher Sicht verzichten.
Die Gerichte stammen aus der Zeit, als es noch keine Tiefkühlkost gab und alles was auf Feld und Garten wuchs, in der Küche verarbeitet wurde. Um dieses Wissen lesbar zu erhalten, habe mich entschlossen, das alte Werk in ein neues Medium zu übertragen.
Dafür wurden über 200 Seiten Frakturschrift eingescannt und jede Seite mit OCR-Technologie ins Textformat übertragen. In mühevoller Kleinarbeit wurden die Erkennungsfehler korrigiert und die Inhalte für die Darstellung im Internet in das HLML-Format übertragen.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und natürlich auch beim Nachkochen.
Kai Beckelmann